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Der Bundeskanzler Deutschlands

Der Bundeskanzler, häufig auch nur als Kanzler bezeichnet, ist der Regierungschef Deutschlands. Der Begriff geht auf das Mittelalter zurück und kommt vom lateinischen Wort Cancellarius, was ursprünglich Vorsteher bedeutete. Die Position des deutschen Bundeskanzlers ist mit dem Premierminister des Vereinigten Königreiches zu vergleichen, da es sich hierbei gleichermaßen um die politischen Führungskräfte des jeweiligen Landes handelt.

Geschichte der Entstehung des Kanzleramtes

Das Kanzleramt gibt es bereits seit Jahrhunderten, jedoch nicht in der heutigen Form. Im Heiligen Römischen Reich unterlag das Reichskanzleramt stets der Kirche, genauer gesagt hatte es der Erzbischof von Mainz inne. Mit dem Anbeginn des Norddeutschen Bundes wurde Otto von Bismarck zum ersten ‚modernen‘ Bundeskanzler gewählt. Dies fand im Jahr 1867 statt. 1871 fand die deutsche Einigung statt, was wiederum den Begriff zu Reichskanzler abänderte und erst 1949 wurde schließlich der noch heute gebrauchte Begriff Bundeskanzler eingeführt. In diesem Jahr wurde das deutsche Grundgesetz, beziehungsweise das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und somit die deutsche Verfassung, eingeführt. Die Aufgaben und Rollen des Kanzlers änderten sich immer wieder und entsprechend der jeweiligen Zeit. Während der Weimarer Republik zum Beispiel wurde der Kanzler vom Präsidenten ins Amt erhoben und hatte sich sowohl vor ihm als auch dem Parlament zu verantworten.

Heutige Rolle des Bundeskanzlers

Nach dem dritten Reich wurde großen Wert darauf gelegt, dass sich dieses nicht wiederholt. Ein Schritt war dafür die Rolle des Bundespräsidenten zu schwächen, wobei die Macht nun an den Bundeskanzler überging. Obwohl der Bundespräsident auf dem Papier zumindest das wahre Oberhaupt des Landes ist, hat der Bundeskanzler viel mehr Möglichkeiten Einfluss auf das politische Geschehen Deutschlands zu nehmen. Aufgrund dieser Macht wird das politische System Deutschlands auch häufig als ‚Kanzlerdemokratie‘ bezeichnet. Die Partei, die unter anderem die meisten Sitz hat, jedoch keinen amtierenden Kanzler, was in den letzten Jahrzehnten entweder die CDU oder die SPD war, stellt den Kanzlerkandidaten, der dann in der Wahl gegen den amtierenden Bundeskanzler antritt. Zu den Aufgaben und Rechten des Kanzlers gehört die Wahl der Mitglieder des Bundeskabinetts und er oder sie übernimmt den Vorsitz dieses.

Amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel

Die bislang erste und einzige Bundeskanzlerin in der Geschichte Deutschland ist die derzeit amtierende Angela Merkel. Während ihre Vorläufer mit „Herr Bundeskanzler“ angesprochen wurden, wird Angela Merkel mit „Frau Bundeskanzlerin“ adressiert. Sie ist seit dem 22. November 2005 im Amt, wobei das Kanzleramt alle vier Jahre aufs Neue gewählt wird, wodurch sich Angela Merkel nun, im Jahre 2017, in ihrer dritten Amtslaufzeit befindet. Helmut Kohl ist mit 16 Jahren Amtszeit der bislang längste amtierende Bundeskanzler in der Geschichte Deutschlands. Angela Merkel wohnt als Bundeskanzlerin im Bundeskanzleramt, das sich in Berlin, der Hauptstadt Deutschlands, befindet. Die Adresse ist öffentlich bekannt, Willy-Brandt-Straße 1 in 10557 Berlin, was sich im sogenannten Spreebogen befindet, und das Gebäude gehört zu der Baugruppe ‚Band des Bundes‘. Was ebenfalls öffentlich bekannt ist, ist das offizielle Gehalt der Bundeskanzlerin, das sich auf 220.000 Euro pro Jahr beruft. Angela Merkel wurde 1954 in Hamburg geboren, wuchs jedoch in der ehemaligen DDR auf, wo sie Physik studierte und 1989 in die Politik ging.