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Der Bundespräsident Deutschlands

Der offizielle Titel des Präsidenten Deutschlands ist Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland und es handelt sich hierbei um das Staatsoberhaupt. Sehr grob gesagt könnte man den Bundespräsidenten mit dem Amt der britischen Königin Elizabeth der Zweiten vergleichen, da dieser eher als ‚Aufpasser‘ und ‚Überseher‘ tätig ist und weniger eine führende Position einnimmt.

Geschichte der Entstehung des Präsidentenamtes

Das Präsidentenamt wurde in der Weimarer Republik zum ersten Mal ins Leben gerufen. Damals war der Präsident unter dem Begriff Reichspräsident bekannt und hatte wesentlich mehr politische Macht als heutzutage. Das Amt des Reichspräsidenten entstand, nachdem Wilhelm der Zweite 1918 abdankte und Friedrich Ebert, der damals der deutschen Partei SPD angehörte, wurde zum ersten Präsidenten gewählt, gefolgt von Paul von Hindenburg. Als Adolf Hitler an die Macht kam, übernahm er die Rolle des Reichskanzlers, wobei sich seine Regierungsstrategie bekanntlich immer weiter von einem demokratischen System ab- und zu einer Diktatur hinwandte und somit sämtliche politische Ämter des Dritten Reiches eher als Scheinkonstrukte anzusehen sind. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in der Deutschen Demokratischen Republik das Amt des Präsidenten der Republik und in Westdeutschland das Amt des Bundespräsidenten eingeführt. Nach der Wiedervereinigung wurde der Bundespräsident zum Präsidenten aller deutschen Bundesstaaten.

Heutige Rolle des Bundespräsidenten

Die heutige Rolle des Bundespräsidenten unterscheidet sich sehr von der während der Weimarer Republik geschaffenen Rolle. Damals hatte der Bundespräsident viel mehr Macht und konnte unter anderem den Kanzler stellen. Aufgrund der Geschehnisse während des Dritten Reiches und dem Versuch, etwas Ähnliches händeringend zu vermeiden, wurde das Amt des Bundespräsidenten in der Bundesrepublik Deutschland umstrukturiert und dient nun eher repräsentativeren und administrativen Aufgaben, wie zum Beispiel der Ernennung des Bundeskanzlers und der Unterzeichnung vom Bundestag beschlossenen Gesetzen. Der Bundespräsident wird nicht vom Volk, sondern von der Bundesversammlung gewählt und die Amtszeit beträgt fünf Jahre. Eine Wiederwahl ist nicht möglich.

Amtierender Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Der 1956 in Detmold, Nordrhein-Westfalen, geborene Frank-Walter Steinmeier ist der derzeitig amtierende Bundespräsident. Er löste am 19. März 2017 Joachim Gauck ab und gehört der deutschen Partei SPD an. Als Bundespräsident stehen ihm gleich zwei offizielle Wohnorte zur Verfügung. Zum einen Schloss Bellevue in der derzeitigen Hauptstadt Deutschlands, Berlin, und zum anderen die Villa Hammerschmidt in der ehemaligen Hauptstadt Bonn. Herr Steinmeier ist der zwölfte amtierende Bundespräsident, seit Gründung der Bundesrepublik Deutschlands. Bevor er das Amt des Bundespräsidenten übernahm, diente Frank-Walter Steinmeier als Bundesminister des Auswärtigen. Frank-Walter Steinmeier studierte in Gießen an der Justus-Liebig-Universität Rechtswissenschaften und Politikwissenschaften und promovierte 1991 an der selbigen Universität. Ganz am Anfang seiner politischen Karriere leitete von 1993 bis 1994 Frank-Walter Steinmeier das Büro des niedersächsischen Ministerpräsidenten. Von 1999 bis 2005 diente er als Chef des Bundeskanzleramtes und wurde dann am 22. November 2005 zum ersten Mal in Angela Merkels Kabinett zum Bundesminister des Auswärtigen.